Gib niemals auf

Über Oprah Winfrey’s OWN TV Kanal bekam ich kürzlich dieses Video. Es hat mich zu Tränen gerührt und beschämt.  Wie oft habe ich schon etwas Neues gelernt, ein Weilchen ausprobiert, aber dann nicht weiter verfolgt? Wie viele Pullover habe ich als Kind angefangen, die dann meine Mutter zu Ende gestrickt hat? Oder die irgendwann wieder aufgeribbelt wurden, um die Wolle für etwas anderes zu verwenden?

Wenn es schwierig wird geben viele Menschen häufig auf. Nicht so dieser inspirierende Mann. Er hat einfach weiter gemacht, mit Babyschritten. Eigentlich mit Mikro-Schritten. Er blieb dran, hat immer weiter gemacht, weiter gemacht, weiter gemacht. Und obwohl ihm die Ärzte gesagt haben, er würde nie wieder ohne Hilfe laufen können, rennt er sogar am Ende des Videos.

Wir alle lieben solche Erfolgsgeschichten, sie begeistern und inspirieren mich. Und dennoch bin ich nach meiner Rückkehr aus China in ein Loch gefallen, aus dem ich erst ungefähr 3 Jahre später wieder komplett herausgekrabbelt war. Daher habe ich mich geschämt, als ich dieses Video gesehen habe. Ich hatte die liebevolle Unterstützung meines Mannes, er hat mir den Freiraum gelassen, den ich brauchte für meine Heilung. Ja, ich nenne es Heilung, meinen Genesungsprozess aus dem Eigen-Kulturschock oder Reversen Kulturschock heraus.

Und dennoch kann ich es annehmen und akzeptieren. Auch dieser Veteran brauchte eine Zeit, ehe er die richtige Methode und den richtigen Lehrer fand. Und das ist das wunderbare an Genesungsprozessen: es sind Prozesse, d.h., es braucht seine Zeit. Und auch wenn wir das Gefühl haben, dass sich nichts tut, dass nicht vorangeht, es passiert etwas.

Dieses Video präsentiert uns das Ergebnis, dokumentiert einen Prozess über einen längeren Zeitraum. Wir sehen das Positive, die Entwicklung, wir fühlen nicht die Schmerzen oder die Verzweiflung, diese Momente-des-aufgeben-wollens, die er sicherlich immer wieder mal gehabt hat.

Gerade deshalb ist dieses Video so wichtig. Deshalb ist jede Art der Dokumentation wichtig. Sei es eine App im Smartphone, die Deine Schritte zählt oder Deine Fortschritte beim Sport. Sei es ein Dankbarkeitsjournal, in dem Du abends die positiven Begebenheiten notierst, für die Du dankbar bist.

Während meiner Ausbildung zum Coach hat mir eine meiner Mitstudentinnen, die ich gecoacht habe, geraten, ein Komplimente-Büchlein zu führen. Dort sollte ich alle Komplimente notieren, die ich so erhielt. Diese Idee fand ich großartig und habe es auch eine Weile praktiziert. Dann verblieb es wieder, weil ich mein Leben in Shanghai damals ziemlich atemberaubend war. Kürzlich fiel mir dieses Büchlein wieder in die Hände und ich beschloss, wieder mehr darauf zu achten, welche Komplimente  ich bekomme.  Und es erinnert mich daran, anderen Menschen Komplimente zu geben.

Wenn wir am Jahresende, oder nach einem längeren Zeitraum, wieder in das Büchlein schauen, dann sehen wir nur noch die schönen Dinge, die jemand uns gesagt hat. Das dazwischen, die Unsicherheiten, den Stress, gefühlte Unzulänglichkeiten, die sind verschwunden. Sie wurden nicht dokumentiert. Wie in dem Video.

Eins meiner  Coaching-Werkzeuge  ist die Dokumentation. Je nach Persönlichkeit und Situation gebe ich unterschiedliche „Hausaufgaben“, die dazu dienen sollen, den Prozess der Veränderung in einer positiven Weise zu dokumentieren. Als kleine Erinnerung, wie großartig Du bereits bist, welche positiven Veränderungen Du bereits erfahren hast oder wie sehr Du gewachsen bist.

Als ich anfing, mich für 60 Tage vegan zu ernähren, habe ich beschlossen, „Mein veganes Abenteuer“ zu dokumentieren. Ich war überzeugt, dass ich danach wieder zu meiner vegetarischen Ernährungsform zurückkehren würde. Ich wollte es einfach ausprobieren, da Howard Lyman, einer meiner Lehrer,  mich im Rahmen meiner Ausbildung zum Health Coach dazu herausgefordert hatte.

Dieses Büchlein habe ich immer noch in meiner Küchenschublade. Es zeigt klar, dass ich in 2 Monaten fast 3 kg abgenommen habe, einfach nur durch das Weglassen der paar tierischen Produkte, die ich noch zu mir nahm. Ich blieb dabei, weil ich mich besser fühlte, mehr Energie hatte. Nach einem Jahr hatte ich fast 7 kg abgenommen, nur durch die vegane Lebensweise.

Was willst Du verändern? Wie willst Du es dokumentieren? Eine Möglichkeit dazu ist, einen Kommentar hier zu hinterlassen. Trau Dich einfach.

 

Wie eine Autopanne EFT nach Shanghai brachte

Gehörst Du auch zu denen, die gerne jammern und sich die Haare raufen, wenn etwas schief geht. Fragst du dich auch manchmal: „Warum das jetzt noch?“ oder „Warum passiert mir sowas immer?“

Willkommen im Club. Meine Freundin Grainne war richtig sauer, als sie eine Autopanne hatte. Sie war gerade in ihrer Heimat Irland zu Besuch aus Shanghai, wo sie lebte, genau wie ich damals. Grainne hatte von einer Technik gehört, mit der man Stress und hindernde Glaubenssätze einfach wegklopfen kann: EFT Klopfakupressur. Sie war auf dem Weg zu einer Informationsveranstaltung, um mehr darüber zu erfahren. Da blieb der Wagen, denn sie sich von ihren Eltern geliehen hatte, einfach liegen. Motorschaden, nichts ging mehr. Sie schaffte es nicht mehr, zu der Veranstaltung zu kommen. Was hättest Du getan? Haare raufen, heulen, brüllen: „Warum ich, warum jetzt?“

Was ich beim Joggen entdeckt habe

Neuerdings laufe ich wieder regelmäßig. Im Sommer geht es leichter, besonders wenn morgens schon die Sonne scheint. Am Anfang war es frustrierend, da ich ständig Gehpausen einlegen musste, ich war so aus der Übung, dass ich eher am Schnaufen als am Laufen war. Trotzdem habe ich weiter gemacht. Kleine Schritte, kleine Distanzen. Nach ein paar Tagen konnte ich schon einen Kilometer am Stück durchhalten.

Gestern Morgen habe ich eine neue Strecke ausprobiert – und eine erstaunliche Entdeckung gemacht: es kommt auf die Perspektive an. Genau wie im Leben. Wenn ich auf die elendig lange Strecke schaue, die vor mir liegt, dann komme ich schneller außer Atem. Wenn ich mich auf den Boden direkt vor meinen Füßen konzentriere, dann geht es leichter. Die lange Strecke entmutigt mich, sie scheint kein Ende zu nehmen. Die nächsten 2, 3 Meter scheinen nur so unter meinen Füßen dahin zu fliegen. Das beflügelt mich.

Du hast mir Selbstvertrauen gegeben

„Du hast mir Selbstvertrauen gegeben“  sagte mir eine junge Frau aus Malaysia, nachdem ich ihr gratuliert hatte. Sie hatte gerade einen Redewettbewerb im Shanghai Leadership Toastmasters Club gewonnen. Ein paar Monate vorher war sie neu in Shanghai angekommen und war unserem Toastmasters Club beigetreten. Dort hatte ich sie als Mentorin unter meine Fittiche genommen, um sie mit dem Clubleben vertraut zu machen und ihr bei ihren ersten Reden zu helfen.

Toastmasters ist die weltweit führende Organisation für die Weiterentwicklung von Rede- und Führungsfähigkeiten. Ein Toastmasters Club ist ein geschützter Raum, in dem Du Fehler machen und Neues ausprobieren darfst. Durch motivierendes, positives Feedback entwickelst Du schnell mehr Selbstvertrauen.

Wege entstehen dadurch, dass Du sie gehst

Wie kommt es, dass große Elefanten mit einem dünnen Seil um einen Fuß angebunden werden und sich nicht losreißen obwohl dies ein Leichtes wäre? Programmierung hält sie zurück, nicht das Seil.

Elefanten werden ganz jung mit einer schweren Eisenkette an einen dicken Pfosten angekettet. Sie versuchen sich verzweifelt zu befreien, lernen aber mit der Zeit, dass es nichts nützt. Dann geben sie auf, und als ausgewachsene Elefanten können sie mit einem dünnen Seil an einem in die Erde gerammten Stock angebunden werden, von dem sie sich leicht befreien könnten. Aber ihre Programmierung lautet: ich kann das nicht. Sie unternehmen keinen weiteren Versuch, ihren Radius zu erweitern. Ihre Programmierungen hindern sie daran.

„Mut ist, wenn man Angst hat und es trotzdem tut“.

Wo ich diesen Satz zum ersten Mal gehört habe weiß ich nicht mehr, ich finde ihn aber sehr wahr. Mut ist, wenn man es tut weil man es für richtig hält. Hatte Christoph Columbus Angst bevor er sich auf den Weg gemacht hat um Indien zu suchen? Das wissen wir nicht mit Sicherheit, wahrscheinlich schon, aber er hat es trotzdem getan. Weil er es für richtig hielt, weil es ihn hinausgezogen hat. Und das Ergebnis ist bekannt: er hat die Indianer entdeckt 😉

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