Dankbarkeit stärkt Dich

Wann warst Du zum letzten Mal dankbar, so richtig aus tiefstem Herzen? Dankbar für all das Gute in Deinem Leben und um Dich herum?

Wenn Du dankbar bist, dann fokussierst Du Dich auf etwas Positives, auf Überfluss und Üppigkeit, begibst  Dich damit in eine aufwärts gerichtete Spirale, die  Dich leicht immer höher zieht. Dann passieren scheinbar “zufällige” Begebenheiten, die  Dein Leben leichter, schöner und besser machen. Wenn Du Dich dagegen auf das fokussierst, was nicht ausreichend vorhanden ist in  Deinem Leben, dann besteht die Gefahr, dass Du Dich in eine emotionale Abwärtsspirale begibst. Und aus der kommst Du nur schwer wieder heraus. Dann passieren auch ständig “schlechte” Dinge um Dich herum. Als ob das Universum  Dir beweisen wollte, dass Du recht hast. 

Wenn Du schon wieder vor lauter Arbeit nicht weißt, wo Dir der Kopf steht: wofür könntest Du dankbar sein? Vielleicht, dass Du Arbeit hast, ob bezahlt oder unbezahlt? Arbeit kann Dir einen Sinn im Leben geben, oder auch Bestätigung, Erfüllung, Freude. Nicht zu vergessen das Geld, das  Dir die bezahlte Arbeit ins Haus bringt.

Wenn Du Deine Arbeit verloren hast: wofür könntest Du dankbar sein? Vielleicht für die neuen Gelegenheiten, die sich Dir bieten? Das kenne ich aus eigener Erfahrung: im November 1992 verlor ich meine Stelle als Kaufmännische Leiterin eines Kleinbetriebes. Im ersten Augenblick war das furchtbar, ich war wie am Boden zerstört. So etwas passiert doch nur anderen, warum mir? Wann immer ich heute daran zurückdenke muss ich lachen – und bin unendlich dankbar. Dankbar, dass ich die Gelegenheit bekam, etwas völlig Neues zu beginnen. Für mich war es der Weg in die Selbständigkeit, den ich aus einer gesicherten, gut bezahlten wenn auch nervigen Position heraus sicher nicht gewagt hätte zu beschreiten.

Wenn Du mal wieder im Stau stehst und völlig genervt bist: wofür könntest Du dankbar sein? Vielleicht, dass Du ein Auto hast, dass Dir eine gewisse Bequemlichkeit bietet. Vielleicht, dass Du heil und gesund bist, die Ursache könnte ja auch ein Unfall sein, bei dem jemand verletzt war. Oder wenn es eine Baustelle ist: Du könntest dankbar sein, dass es in der Zukunft schneller und komfortabler gehen wird, weil die Fahrspuren ausgebessert wurden.

Mein Mann ist häufig in ganz Asien unterwegs, immer mit dem Flugzeug, auch mit dem Auto, das dann andere fahren. Viele Starts und Landungen, die er bisher alle heil überstanden hat. Dafür bin ich dankbar. Jedes Mal. Aus tiefstem Herzen.

Wenn Dich das Wetter nervt, weil es mal wieder zu kalt, zu heiß, zu trocken, zu regnerisch ist, dann nimm Dir einen  Moment Zeit und frag Dich: „wofür bin ich dankbar?“  Dass wir überhaupt Regen haben, besonders in diesem Jahr, das bisher viel zu trocken war?  Wenn es heiß ist, dass es nachts wieder abkühlt und Du durchatmen kannst? Ich habe 7 Jahre in Shanghai gelebt, die Sommer waren unerträglich heiß und schwül, auch nachts wurde es im Juli und August nicht wesentlich kühler. Dann war ich dankbar für die Klimaanlage

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus” ist ein häufig zitierter Satz. Ich habe ihn umformuliert in “wenn das Leben dir Zitronen gibt, sei dankbar. Und überlege, was Du alles Gutes damit machen kannst” (Limonade, Zitronentee, Margaritas, Zitronenkuchen, Obstsalat verfeinern, Tintenflecken entfernen….)

Das Leben ist nicht immer leicht, es ist, wie es ist. Du kannst es  Dir selbst leichter oder auch schwerer damit machen, wie Du es betrachtest. Du kannst dankbar sein für all das Gute in Deinem Leben, oder Du kannst Dich beschweren über die vielen Dinge, die  Dir fehlen oder die nicht rund laufen. Es liegt ganz bei  Dir.

Manche Dinge kannst Du nicht ändern, was Du ändern kannst  ist  Deine Sichtweise, Deine Perspektive.  Und dabei kann  Dir eine Dankbarkeitsübung helfen. Dazu nimmst Du Dir am Abend, bevor Du zu Bett gehst, ein paar Minuten Zeit, Papier und Stift und beantwortest einfach die folgende Frage: Wofür bin ich heute dankbar? Und listest mindestens 3 Dinge, Menschen und/oder Begebenheiten auf. Wenn es gar nichts Positives an diesem Tag gab, an dem alles, aber auch alles schief lief, frage Dich: wofür könnte ich dankbar sein, wenn ich bereit wäre, etwas Positives zu finden?

Gönne Dir dafür ein extra Notizbuch, eine schöne Kladde, Dein Dankbarkeitsjournal. Es ist wirkungsvoller als loses Papier, da Du ihm damit eine Wertigkeit gibst. Das ist ein starkes Signal an Dein Unterbewusstsein. Außerdem schaffst Du Dir damit ein Schatzbüchlein, das Du immer dann wieder hervorholen kannst, wenn Du einen kleinen Energiekick brauchst, wenn Du entmutigt bist. Ein Blick auf all die vielen guten Dinge in Deinem Leben, für die Du bisher dankbar warst, ist wie emotionaler Traubenzucker, ein emotionaler Energiekick.

Alles, was geschieht, hat eine Ursache und einen tieferen Sinn. Manchmal können wir ihn noch nicht sehen. Die Dankbarkeitsübung hilft Dir auch dabei, nach und nach den tieferen Sinn zu erkennen. Was wollte Dir das Universum (ich benutze Universum, für Dich kann es Gott, Quelle, Allah, oder was immer richtig für Dich ist) damit sagen, dass Du über Deine eigenen Füsse gestolpert bist? Was könnte das Gute daran sein, dass Du etwas vergessen hast, was eigentlich wichtig war?

Mein Mann hatte in Shanghai einen Unfall. Er konnte sich an den Hergang nicht erinnern, hatte einen vorübergehenden Gedächtnisverlust.  Auf dem Weg ins Krankenhause war ich unendlich dankbar, dass er sich zumindest an die Kurzwahltaste erinnern konnte, mit der er mich per Handy erreicht hatte. Und für die Hilfe, die er von einer freundlichen englisch sprechenden Chinesin bekommen hatte. Ich war dankbar für die gute Versorgung im Krankenhaus und dass es so glimpflich abgegangen war. Und ich war dankbar, dass ich das Krankenhaus schon vorher kennengelernt hatte. Für all die Hilfe, die ich kurz nach unserer Übersiedelung bekommen hatte, um mich mit der Stadt vertraut zu machen. Das hat mir geholfen, in der Nacht trotz all meiner Sorgen um ihn doch noch einschlafen zu können. Und am nächsten Tag wurde er schon wieder entlassen. Abgesehen von der Beule am Kopf, war alles gut, dafür war ich sehr, sehr, sehr dankbar.

Durch diesen Unfall wurden wir mal wieder die Augen dafür geöffnet, wie gut es uns ging,  und dass wir, egal, was kommt, immer Hilfe bekommen, manchmal von unerwarteter Seite. Und ich habe gelernt, gelassener zu werden, wenn sich jemand verspätet. Mein Mann war nämlich viiiiel zu spät dran, wir waren  zum Essen mit Freunden verabredet, er wollte mich abholen und ich saß hungrig und grummelnd zu Hause und wartete auf ihn. Dann kam sein Anruf. Seitdem kann mich eine Verspätung nicht mehr nerven, ich weiß, es kann immer eine Ursache haben, die ich nicht beinflussen kann. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und diese Gelassenheit.

Wofür bist Du heute dankbar? Wenn Du magst, schreibe es mir unten in den Kommentar.