Was ist deine tiefste Verletzung?

Verletzung - Heilung - Coach Beate

Was ist deine tiefste Verletzung, deine größte Verwundung, dein größter Schmerz? Erst wenn du sie anschaust, wahrnimmst und in die Heilung bringst, bist du frei, deine Größe zu leben.

Wir konzentrieren uns immer so gerne auf Glaubenssätze, also tiefliegende Überzeugungen. Ja, die sollten aufgelöst werden, sonst hindern sie dich. Und die Verletzungen wollen auch in die Heilung gebracht werden. 

Kürzlich hatte ich die großartige Gelegenheit, meine tiefste Wunde anschauen zu dürfen. Meine Lächelpartnerin teilte mir mit, dass sie so viele neue Anfragen hatte, dass sie gerne die Zusammenarbeit mit mir beenden würde, um anderen auch eine Chance zu geben.

Mir schossen die Tränen in die Augen, ich fühlte mich, als wenn mir jemand in den Bauch geboxt hätte. Ein Gefühl, das ich nur zu gut kannte. Ich wurde zurückgewiesen, wieder mal.

Zum Glück bin ich mittlerweile reflektiert genug, dass ich ihr sagen konnte, was das mit mir machte, wie ich mich fühlte.

Sie war sehr erschrocken und meinte entsetzt, dass das auf keinen Fall so gemeint sei, dass sie mich schätzt und mich immer noch lieb habe. Nützte nichts. Zum Glück war mein Mann zu Hause, ich rannte in die Küche und heulte Rotz und Wasser. Lange hatte ich mich nicht mehr so elend gefühlt.

Mein Mann nahm mich in den Arm und tröstete mich. Er wollte wissen, was los ist. Ich schluchzte es hervor und er meinte ganz ruhig: „aber das ist doch gut, dann hast du die Gelegenheit, noch mit anderen zu lächeln“ (wer ist hier eigentlich der Coach?)

Ich wurde wieder ruhiger und erkannte, dass ich hier eine große Chance für Heilung hatte. Ich wurde gerade mit meiner tiefsten Verwundung konfrontiert, ich durfte sie anschauen und mich um mich kümmern. Also griff ich tief in meine Werkzeugkiste, klopfte es weg und führte eine Heilungsvisualisierung durch.

Am Nachmittag lachte ich herzlich über mich und sagte meinem Mann, dass ich ja wohl mal wieder eine „Drama Queen“ vom allerfeinsten war. Er lächelte nur weise wie der Buddha.

Und umgehend kam eine neue Lächelpartnerin auf mich zu. Auch in den nächsten Coaching-Sitzungen war es das Thema.

Überall brechen anscheinend alte Verletzungen auf weil sie schlecht verheilt sind oder endlich wahrgenommen werden möchten.

Verlassen werden, im Stich gelassen werden, Zurückweisung sind die tiefen Verletzungen, mit denen ich immer wieder in meinen Coachings zu tun hatte.

Zurückweisung ist meine größte Verletzung. Erinnerungen an den Schulsport sind immer Szenen, in denen ich bei der Auswahl in die Mannschaft übrig blieb und dann halt in die Mannschaft musste, die keine andere Wahl hatte. Ich war ziemlich unsportlich, so dachte ich immer von mir. Ich hatte kein gutes Ballgefühl, kam nicht am Reck hoch, konnte nicht am Seil hochklettern.

Heute weiß ich, dass es einfach nur ein sich selbst immer wieder bestätigender Glaubenssatz war, praktisch ein Teufelskreis der Unfähigkeit: keiner will mich im Team haben, weil ich so schlecht bin. Also beweise ich mal eben, wie schlecht ich bin.

Später habe ich mir eine „leichte“ Sportart gesucht: ich wurde Sportschützin. Darin war ich richtig gut, nahm an Landesmeisterschaften teil und schaffte es sogar einige Male zur Deutschen Meisterschaft. Aber immer hatte ich im Kopf, dass ich ja eigentlich unsportlich bin.

Bis mir die Augen geöffnet wurden. Eines Tages beschlossen mein damaliger Freund und ich, dass wir segelfliegen lernen wollten. Die notwendige Gesundheitsprüfung ließen wir in dem Krankenhaus durchführen, in dem er Assistenzarzt war.

Er saß mit hochrotem Kopf auf dem Fahrrad für das Belastungs-EKG, sein Kollege warnte ihn, dass er die Prüfung abbrechen müsse, da er über der Belastungsgrenze war. Mein Ex nahm es auf seine Kappe, schließlich wollte er den Segelschein.

Oha, mit zitternden Knien setzte ich mich aufs Fahrrad, die Belastung wurde immer weiter erhöht, ich strampelte munter drauf laus. Plötzlich war es vorbei, ich war zwar außer Atem, aber nicht so sehr. Die ganze Abteilung wurde zusammen gerufen, um zu beobachten, dass sich mein Ruhepuls doppelt so schnell wieder einstellte wie bei meinem Ex.

Was war passiert? Ich machte doch gar keinen Sport, da ich ja so unsportlich war. Ich wurde interviewt, da die Assistenzärzte dieses „Wunder“ ergründen wollten. Bis herauskam, dass ich jeden Tag 4 Kilometer zur Arbeit radelte und zurück. Bei Wind und Wetter. Es ging schneller als mit Öffis und außerdem half es mir, den Kopf wieder frei zu bekommen nach dem stressigen Tag im Büro.

Das war alles! Mein bisschen Fahrrad fahren hatte mich fit gemacht. Das zählte als Sport! Danach fing ich an zu joggen. Seitdem gehört Sport zu meinem Leben dazu, ich nenne es Bewegung.

Den Segelflugschein habe ich nie gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.

Also, meine Liebe, was ist deine tiefste Wunde, dein größter Schmerz, deine tiefste Verletzung, die dich immer wieder einholt?

Erlaube dir, deine Verletzungen in die Heilung zu bringen

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Bring deine Verletzung in die Heilung

Such dir Unterstützung, such dir jemanden, die dich auf diesem Weg begleiten kann und dir hilfreich zur Seite steht. Folge deinem Bauchgefühl. Es gibt unzählige Methoden, Instrument und Wege. Aus meiner Erfahrung gibt es nicht die beste. Es gibt nur die beste für dich im derzeitigen Augenblick. Manchmal dauert es länger, manchmal geht es schneller.

Wie im Garten: du säst ein Samenkorn, dann dauert es, bis du ernten kannst. Dazwischen musst du Geduld haben, dich aber auch weiter kümmern: hacken, jäten, vielleicht wässern und vor Vogelfraß oder Insekten-Attacken schützen.

Aber zur Erntezeit ist alle Mühsal vergessen.

Was ist deine größte Verletzung und wann willst du sie in die Heilung bringen?

Melde dich gerne bei mir, wenn ich dir dabei helfen kann.