Eine oft unterschätzte Ursache für Aufschieberitis

Eine oft unterschätzte Ursache für Aufschieberitis

Aufschieberietis lähmt und hemmt. Du schiebst Dinge vor Dir her, der Berg wird immer größer, Du fühlst Dich gestresst.

Leidest Du unter Aufschieberitis aus Überforderung?  Oder hast Du Angst, jemand könnte entdecken, dass Du nicht gut genug bist?

Oder schiebst Du einfach Dinge vor Dir her, weil Du nicht weißt, WIE es geht?  Unkenntnis ist eine häufig unterschätzte Ursache für Aufschieberitis.

Hol Dir Hilfe

Wenn Du nicht weißt, wie es geht, dann hast Du drei Möglichkeiten:

  1. Entweder Du lernst es, wenn Du es selber machen willst.
  2. Oder Du lässt es machen.
  3. Oder Du entscheidest Dich, dass Du es nicht brauchst und lässt es sein. Dann lass es los und verabschiede Dich.

Aufschieben ist keine Option, da es auf den Stapel Unerledigt kommt. Und alles Unerledigte raubt Dir Energie.

Wie Du mit den vielen Unerledigten Dingen in Deinem Leben umgehen kannst, habe ich bereits hier beschrieben.

Wer kann Dir helfen, zu lernen, was Du lernen möchtest?  Wer kann Dir dabei helfen, es zu erledigen? Eine Freundin von mir war kurz nachdem sie Mutter geworden war, völlig überfordert mit ihrem Haushalt. Statt Karrierefrau plötzlich nur noch Haushalt und Kind versorgen.

Sie wusste einfach nicht, wie sie alles in den Griff bekommen sollte. Aufräumen schob sie vor sich her, Wäsche waschen und saubermachen ebenso.

Schließlich  engagierte sie sich einen Aufräumcoach. Mit seiner Hilfe konnte sie lernen, Strukturen zu schaffen und Systeme einzurichten. Plötzlich war Ordnung und Aufräumen kein Thema mehr. Sie wusste, wie, nachdem sie sich Hilfe geholt hatte.

Werde ganz ehrlich mit Dir selbst

Was schiebst Du vor Dir her, weil Du nicht weißt, wie Du es erledigen oder anpacken sollst?

Das kenne ich nur zu gut: eigentlich wollte ich schon viel früher anfangen zu bloggen, aber ich tat mich schwer mit den technischen Details. Hatte mir sogar schon vor Jahren einen Online-Kurs gegönnt, damit ich es lernen konnte.

Damals lebte ich in Shanghai, das Internet war langsam, viele Seiten waren sogar gesperrt, ich bin einfach an der technischen Hürde gescheitert. Also schob ich es weiter vor mir her.

Am 04.06.2015 war es dann endlich soweit: ich begann zu bloggen. Mein erster Titel: Mut ist, wenn man Angst hat und es trotzdem tut.

Wie habe ich es geschafft? Ich habe mir eine VPA (Virtual Personal Assistant) angeheuert, also eine persönliche Assistentin, mit der ich nur übers Internet kommunizierte. In Nullkommonichts hat sie mir meinen Blog aufgesetzt.

Damit war die erste Hürde genommen und ich habe Schritt für Schritt mehr gelernt.

Was schiebst Du vor Dir her, weil Du nicht weißt, wie Du es erledigen oder anpacken sollst?

Wo oder von wem kannst Du lernen, es selbst zu tun?

Wer kann Dir helfen, es zu erledigen?

Wen kannst Du engagieren, an wen kannst Du es delegieren?

 

Denk in anderen Bahnen

Stell Dir vor, Du willst nach Australien reisen, aber Du weißt einfach nicht, nie. Wie Du es finanzieren sollst, wie Du so lange Urlaub nehmen kannst, wie Du den langen Flug überstehen sollst.  Also schiebst Du es vor Dir her, und schiebst und schiebst und schiebst, weil Du nicht weißt, wie es geht. Oder gehen könnte.  Und plötzlich bist Du zu alt für lange Flugreisen. Schade.

Stell Dir vor, Du willst nach Australien reisen und hast das Geld, willst den Winter in der Sonne verbringen (unser Winter ist Sommer in Australien) und wolltest immer schon mal einen Tag – oder auch mehrere –  in Hong Kong verbringen. Und nun kombinierst Du das alles und buchst Deinen Flug für den 16. Dezember 2016 mit Stopover in Hong Kong, Rückflug am 17.01.2017 wieder mit Stopover in Hong Kong.

Wie kannst Du vom ersten Szenario zum zweiten kommen?  Es fängt an mit der Intention. Wenn Du wirklich willst, dann findest Du einen Weg. Werde Dir klar darüber, was noch fehlt und setzt es um.

Wenn Du wirklich aufhören willst mit der Aufschieberitis, dann findest Du einen Weg. Hol Dir Hilfe, werde ganz ehrlich mit Dir selbst und denk in anderen Bahnen.

 

„Die Ursache von  Aufschieberitis ist mangelndes Selbstvertrauen“

sagte  Jeannette Koczela von der International Association of Professional Life Coaches  kürzlich in einem Webinar.

 „Wer Selbstvertrauen hat,  der studiert das Handbuch, wenn er nicht weiß, wie es geht. Wer kein Selbstvertrauen hat, der schiebt Dinge vor sich her“.

Das hat mich nachdenklich gemacht. Könnte Sie Recht haben? Vielleicht, immer wieder habe ich beobachtet, wie meine Klientinnen plötzlich Dinge erledigten, die sie schon lange vor sich her geschoben haben. Immer dann, wenn sie sich selbst mehr vertrauten, sich mehr zutrauten, dann fingen sie an, ihre Stapel abzuarbeiten oder auszumisten.

Auch bei mir selbst habe ich das manchmal beobachtet. Warum habe ich es wirklich so lange vor mir her geschoben, mit dem Bloggen zu beginnen? Hatte ich vielleicht Zweifel, dass ich immer genug zu sagen habe? Könnte schon sein. Als ich anfing zu bloggen hatte ich einen schönen Vorrat von Artikeln.

Eigentlich ist es doch gar nicht wichtig, was die Ursache ist. Wichtig ist, dass Du ins Handeln kommst, dass Du aufhörst mit der Aufschieberitis. Hör auf, Dinge vor Dir her zu schieben. Fang an, sie zu Ende zu bringen.

Mach heute einen ersten kleinen Schritt, einen Mikro-Schritt. Und morgen den nächsten. Kleine Schritte führen zum Ziel.  Dokumentiere Deinen Erfolg. Suche Dir Unterstützung. Suche Dir Hilfe.

Fang heute an, damit Deine Aufschieberitis morgen Vergangenheit ist. Übermorgen ist Dein Selbstvertrauen dann viel stärker. Diese Wechselwirkung habe ich auch häufig beobachtet.

Tun, ins Handeln kommen, stärkt: Du bekommst mehr Vertrauen in Dich selbst und mehr Energie.

Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht? Teile sie gerne hier im Kommentar.