Einfach nochmal neu anfangen

Shanghai - Blick auf Pudong - Coach Beate

Träumst Du manchmal davon, einfach nochmal neu anzufangen? Alles hinschmeißen zu können um Dein Leben komplett neu zu erfinden? Neuland zu betreten und endlich all das zu realisieren, von dem Du bisher nur geträumt hast? 

Was würdest Du tun? Wo würdest Du leben wollen? Wie würde Dein Leben aussehen?

Heute vor 11 Jahren hatte ich diese große Chance. Am 16.Februar 2005 landeten wir morgens kurz nach 10 Uhr Ortszeit in Shanghai. Mein Mann sollte für seine Firma vor Ort das China- und Asiengeschäft weiter ausbauen.

Wow, neu anfangen, frei von allen Beschränkungen, so dachte ich. Ich stürzte mich voller Begeisterung in unser neues Leben – und hatte bald die erste Heulkriese.

Das Leben war komplizierter und anstrengender als erwartet. Trotz bester Vorbereitung traf mich der Kulturschock. Zum Glück hatte ich ihn schnell überwunden. Dann habe ich mich neu erfunden und mein neues Leben angefangen.

Auch Du hast die Gelegenheit, Dein Leben neu zu erfinden, jeden Tag auf Neue. Meine Erfahrungen können Dir helfen:

Gute Vorbereitung ist wichtig

Wo willst Du hin?

China hat mich schon als Schülerin fasziniert, in der Oberstufe erlebten wir seine Öffnung. Meinem Mann bot sich diese Chance, weil wir beide offen dafür waren und schon lange von einem Auslandsaufenthalt träumten.

Was ist Dein China? Vielleicht ist es ein Land, vielleicht ein Abenteuer, eine Weltreise, oder einfach nur ein Traum von einem anderen Beruf.

Wo willst Du hin kann auch bedeuten: wie möchtest Du leben? Werde Dir klar darüber. Mit Klarheit kannst Du Pläne machen. Mit Klarheit gehst Du in Aktion. Mit Klarheit kommst Du ans Ziel.

Welche Informationen brauchst Du noch?

Als wir wussten, dass wir nach China gehen würden, habe ich alles über China und Kulturschock gelesen, was mir in die Finger fiel. Damals arbeitete ich ehrenamtlich bei Oxfam in Hannover. Meine Kolleginnen machten mich immer auf Bücher aufmerksam, die weitestgehend mit China zu tun hatten. Für kleines Geld bekam ich dort einen großen Schatz zusammen.

Was musst Du noch lernen für Dein neues Leben? Eine Sprache oder nur eine Fertigkeit? Wer kann Dich dabei unterstützen?

Sobald Du Klarheit hast und Dein Vorhaben öffentlich machst, wird das Universum Dir von allen Seiten Hilfe schicken. Du triffst Menschen, die Dir helfen können, Dir fallen Bücher vor die Füße oder „zufällige Begebenheiten“.

 

Was soll mit?

Wenn Du Dich in Dein neues Leben begibst, dann verlässt Du damit Dein bisheriges. Zeit zum Ausmisten, da Du nicht alles mitnehmen kannst. Und das ist gut so.

Was ist Dir unverzichtbar? Als mein Mann fragte, was unbedingt mit müsste, damit ich mich wohlfühlen würde, kam eine lange Liste zusammen. Dinge, kaum zu glauben. Letztendlich haben wir unser Leben dann in 44 Kisten verpackt, ungefähr die Hälfte davon Bücher. Kindle gab es damals noch nicht 😉

Die ersten 6 Wochen mussten wir aus unseren Koffern leben, 88 kg Gepäck hatten wir mit. Der Container mit den Kisten kam erst am 04.04.2005 an. Das war wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen. Und die Frage: warum musste ich so viel Zeug mitschleppen? Warum mein gutes Geschirr statt mir neues zu kaufen? Warum meine Kochtöpfe? Später habe ich fast nur noch im Wok gekocht.

Was ist unverzichtbar? Mach eine Liste, dann halbiere sie und prüfe nochmal. Brauchst du wirklich so viel Zeug? Glaub mir: brauchst Du nicht. Das meiste ist Ballast. Mein Aufenthalt in China hat mich gelehrt, dass ich weniger Zeug brauche.

 

Wovon kannst Du Dich trennen?

Nachdem Du identifiziert hast, was unverzichtbar ist bleiben zwei Kategorien übrig: Dinge, von denen Du Dich trennen kannst und Dinge, die Dir im Augenblick nicht so wichtig sind, die Du aber vielleicht später nochmal brauchst oder benutzen möchtest (einlagern).

Wir haben einiges verkauft, das meiste verschenkt oder gespendet. Wir mussten mehrere Male mit meinem Mini-Cooper zu Oxfam fahren: Bücher, Hausrat, Stehrümchen und Kleidung für einen guten Zweck. Win-Win-Win: Menschen sparten Geld beim Einkauf, Oxfam konnte aus den Erlösen Trinkwasser- und Bildungsprojekte finanzieren. Uns fiel es leicht, uns zu trennen.

Dieser Ausmist-Prozess gilt nicht nur für Dinge, sondern auch für Gedanken, Gewohnheiten und Glaubenssätze

Was kannst Du loslassen? Wovon kannst Du Dich trennen? Welche alte, ungute Gewohnheit oder Überzeugung möchtest Du ent-sorgen? Suche Dir Unterstützung, dann geht es leichter.

 

Was möchtest Du einlagern für später?

Wir hatten das große Glück, dass meine Eltern uns in ihrem Haus Platz zum Einlagern zur Verfügung stellten. Möbel, Bücher, Unterlagen, die Grammophon-Sammlung meines Mannes. Wir haben mehr eingelagert als wir mitgenommen haben.

Als wir 7 Jahre später wieder auspackten stellte ich mir auch hier die Frage: warum habe ich die Bücher alle aufgehoben? Alles, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte wurde dann gnadenlos entsorgt.

Auch hier der Tipp an Dich: nimm alles in die Hand und frage Dich: brauche ich das wirklich? Werde ich mich freuen, wenn ich es in 3, 5, 7 oder mehr Jahren wieder auspacke? Oder hebe ich es nur auf, weil ich es habe?

Einlagern für später ist auch eine Technik, die ich im Coaching anwende. Wenn ich mit jemandem arbeite, die sehr viele Baustellen hat, dann frage ich immer, was die drängendste ist und was wir später auspacken und angehen wollen.

Einlagern für später kann Dir dabei helfen, wenn Du das Gefühl hast, überfordert zu sein. Pack es weg, mach einen Termin, wann Du es wieder hervorholst. Schreib Dir den Termin auf oder lass Dich elektronisch daran erinnern.

Einlagern für später kann sehr befreiend sein. Manche Sachen haben sich dann vielleicht schon erledigt.

Wenn Du von einem Neuanfang träumst, dann werde Dir klar darüber, wohin Du willst und was Du noch wissen und lernen musst. Dann plane: was ist unverzichtbar, was kann weg, was soll eingelagert werden für später? Such Dir Unterstützung und dann: gute Reise.

Was Du beim Ankommen aus meinen Erfahrungen lernen kannst erfährst Du in meinem nächsten Artikel Neuanfang – was ich in Shanghai gelernt habe.