Emotionaler Herbstputz – Emotionale Entgiftung

Emotionaler Herbstputz - Coach Beate - K. Beate Richter

Hast Du schon mal einen emotionalen Herbstputz gemacht? Im Garten wird jetzt nochmal Unkraut gejätet, der Garten wird fit gemacht für den Winter. Früher auf dem Lande haben wir immer im Herbst den gründlichen Herbstputz gemacht: Fliegendreck wegputzen, Spinnweben entfernen, nochmal Fenster putzen usw. usf. Später im Frühjahr kam dann, nach dem Ende der Heizperiode, der Frühjahrsputz.

Emotionaler Herbstputz, emotionale Entgiftung oder emotionales Unkrautjäten, egal, wie Du es nennst, jetzt ist die Zeit zum Ballast abwerfen, also zum rausschmeißen, ausmisten und loslassen: 

  • toxische Gedankengänge, die Du in Deiner Eigenkommunikation zulässt
  • Beziehungen, die Dir nicht gut tun, die Dich emotional verschlacken
  • alte Gewohnheiten, die Dich in der Bequemlichkeitszone verharren lassen

Meine 7  besten Tipps für eine emotionale Entgiftung

1. Bestandsaufnahme.

  • Welche toxischen Gedanken hast Du?
  • Wie toxisch ist Deine interne Kommunikation? Sprichst Du eher liebevoll, verzeihend und nachsichtig mit Dir oder beschimpfst Du Dich, nörgelst rum?
  • Welche hindernden Glaubenssätze laufen in Deinem Kopfhamsterrad? Was ist es, das du glaubst, nicht zu können, weil du zu alt, zu jung, zu dies zu das bist?
  • Welche alten Gewohnheiten halten dich in deiner Bequemlichkeitszone? Zuviel fernsehen, der Griff in die Chipstüte, das ewige Aufschieben?

Besorge Dir ein schönes Notizbuch, eine Kladde, ein Journal oder wie immer du es nennst, und notiere Dir Deine Beobachtungen. Mach eine emotionale Inventur, sei ehrlich mit Dir selbst.

2. Umkehrung.

Kehr Deine Gedankenmuster, die Du notiert hast, in das Gegenteil um. Aus „ich bin immer so chaotisch“ wird z. B. „ich bin ordentlich + strukturiert“. Finde Deine eigenen Worte und notiere Beispiele, wann das wirklich wahr war. Erlaube Dir, Dich ganz auf diese Umkehrungen einzulassen. Wie fühlt sich das an? Lass es zu.

3. Ausmisten.

Sieh Dein Adressbuch durch – egal, ob elektronisch oder auf Papier – und streiche oder lösche die Personen, die Dir nicht gut tun. Die Energieräuber, die ewigen Nörgler, die Problemsucher. Wenn Du denkst: „Das kann ich doch nicht machen“ dann frage Dich, wer oder was Dich daran hindert. Falls Dir das zu radikal ist, dann fang ein neues Power-Adressbuch an und übertrage nur die Menschen, die Deine wahren Freunde sind, mit denen Du Dich gerne umgibst, die Dich stärken und Dich zum Lachen bringen.  Beim Frühjahrsputz nimmst Du Dir dann das alte Adressbuch vor.

4. LmaA.

Genau: lächele mehr als Andere. „Lächeln – die Seele zeigt ihre Weisheit…“  Trau Dich, Deine Seele zu zeigen. Stell einen Timer auf 1 Minute und lächele, lächele, lächele. Am besten betrachtest Du Dich dabei im Spiegel. Du fühlst Dich besser, garantiert. Lächele andere Menschen an und beobachte, wie sie reagieren. Sie werden in den meisten Fällen zurücklächeln. Diese Anweisung ist übrigens der 2. Schritt in meinen kostenlosen 7 Schritten zu mehr Selbstvertrauen.   Dort habe ich ihn etwas ausführlicher beschrieben.

5. STOPP!

Das nächste Mal, wenn Du Dich wieder bei einem toxischen Gedanken ertappst sag laut STOPP! Du kannst dir auch ein Stopp-Schild vorstellen, das vor deinem inneren Auge erscheint. Und dann kehr den Gedanken sofort um. „Ich bin einfach nicht gut genug“ wird zu „ich bin wirklich gut genug“ und erinnere dich an eine Situation, wo du wirklich gut genug warst, wo du Erfolg hattest, wo du geliebt wurdest.  Genieß das Gefühl und lächele.

6. Dokumentation

„Was du schwarz auf weiß besitzt kannst du getrost nach Hause tragen“ wusste schon Goethe. Halte Deine Erfolge fest, damit Du sie nicht vergisst.  Führe ein Dankbarkeitsjournal.  Schreib auf, was Du gerade geschafft, was Du losgelassen hast. Notiere, welches emotionale Unkraut Du gerade rausgerissen hast. Als kleine Erinnerung, wie großartige Du bist. Wenn Du mal wieder eine Aufmunterung brauchst, dann kannst Du in diesem Schatzkästlein blättern und Dich daran erfreuen, was Du schon alles geleistet hast, wie sehr Du Dich getraut hast, Du selbst zu sein. Wie einfach der emotionale Herbstputz war.

7. Feiere Dich.

Mach es wie die Fußballspieler nach einem Tor: mach einen verrückten Tanz, wackele mit dem Hintern, spring in die Luft oder mach etwas anderes Verrücktes nachdem Du gerade STOPP gesagt und eine Umkehrung vorgenommen hast. Damit verankerst Du dieses tolle Gefühl, diesen Stolz darauf, wie großartig Du bist. Und damit kannst Du dieses Gefühl jederzeit wieder abrufen.

Viele Dinge werden sich lösen, wenn Du Dir erlaubst, loszulassen.

Als ich noch in Shanghai lebte bekamen wir Besuch von einer lieben Freundin. Leider lief einiges schief und es gab einige Missverständnisse zwischen und. Zu allem Unglück hatte sie mir auch noch ein Handtuch mit Henna versaut. Ich war richtig sauer. Irgendwann ist mir aufgegangen: heh, ist doch nur ein Handtuch.

Menschen sind wichtiger als Dinge. Ich habe mir mit meinen toxischen Gedanken, meiner Wut auf sie, selbst geschadet. Dann wurde mir der Fleck egal. Und eines Tages war er weg! Wahrscheinlich hat die Sonne in Shanghai ihn ausgebleicht, aber für mich war es ein Zeichen: wenn ich loslassen kann, dann lösen sich Dinge.

Also, mach Deinen emotionalen Herbstputz, lass los und berichte mir gerne, wie es war.