Feedback ist Futter für die Seele

Der Begriff “Feedback” hat seit seiner Einführung vor fast 70 Jahren einen Bedeutungswandel durchlaufen, ursprünglich wurde damit eine „Rückkopplung“ beschrieben, während wir ihn heute eher im Sinne von „Rückmeldung“ benutzen.

Im Englischen bedeuten die Wortteile:

to feed: füttern, nähren

to back: unterstützen

back: zurück

Wenn Du Feedback gibst, unterstützt Du damit also Dein Gegenüber und hilfst ihm dabei, weiter zu wachsen oder ein Verhalten zu ändern. Damit nährst Du seine Seele und hilfst ihm dabei, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln.

Für Dich kann Feedback ein Werkzeug sein, das Dir und Deinem Umfeld hilft, besser, glücklicher und entspannter zu leben. Ich benutze es erfolgreich als Werkzeug, sowohl in meiner Arbeit als Coach als auch in meinem Toastmasters Club. (Toastmasters: Reden und Präsentationen geben, Redeangst überwinden, es gibt gut 60 Clubs in Deutschland, 5 in Österreich, 39 in der Schweiz.)

Um hilfreich Feedback zu geben brauchst Du nur: Deine Augen, Deine Ohren, Dein Herz. Anders ausgedrückt, Du teilst Deinem Gegenüber mit, was Du gesehen, gehört und gefühlt hast und Du sagst ihm, wie Du es lieber hättest.

„Immer lässt du deine Sachen rumliegen“, oder „Immer kommst du zu spät“ ist KEIN Feedback, sondern Kritik oder Meckern. Und das erzeugt Widerstand beim Gegenüber oder ein schlechtes Gefühl.

Besser: „Es ärgert/verletzt mich, wenn ich mich bemühe, Ordnung zu halten und du deine Sachen fallen lässt, wo du Dich ausziehst. Könntest du Dich bitte aufhängen oder auf einen Stuhl legen? Danke!“ „Ich mache mir Sorgen, wenn du zu spät kommst und ich nicht weiß, wo du bist, könntest du mich bitte anrufen und mir Bescheid sagen, damit ich beruhigt bin? Danke.“

In meinen kleinen Beispielen wurde deutlich, dass ein wichtiges Element des Feedbacks der konstruktive Verbesserungsvorschlag ist. Sage Deinem Gegenüber, was zu verbessern ist und wie.

In unserem Toastmasters Club benutzen wir dazu die Sandwich-Technik. Das Brot symbolisiert das Gute, die Füllung steht für das, was zu verbessern ist. Dann kommt noch mal eine Scheibe Positives zum Abschluss obenauf.

Warum ist es so wichtig, mit etwas Positivem abzuschließen? Damit Du für Dein Gegenüber ein gutes Klima schaffst und ihm nicht den Eindruck vermittelst, alles sei nur schlecht.

 

Im richtigen Klima kann man wachsen,  Menschen genauso wie Pflanzen.

Angenommen, Dein Partner, Dein Kind oder Deine Mitarbeiterin haben nun einige Bemühungen unternommen, ihre Ordnung zu verbessern, aber es reicht noch nicht. Dann wäre dies eine Möglichkeit für weiteres Feedback: „Ich finde es klasse, dass Du schon ordentlicher geworden bist. Wenn du es nun noch schaffst, deine Schlüssel immer an seinen Ort zu legen, wäre das super. Und du brauchst weniger Zeit zum suchen. Dann hättest du weniger Stress und wärst entspannter. Ich bin richtig stolz auf dich, dass du schon so viel geschafft hast.“

 

Ganz wichtig: das Wort „aber“ gehört hier NICHT hinein. „Aber“ ist wie ein Minuszeichen, das vor das vorher gesagte Positive gesetzt wurde. Es bedeutet: „Das war jetzt gut, aber nicht gut genug“.

 

Streiche „aber“ aus Deinem Wortschatz. Es wird häufig empfohlen, „aber“ durch „und“ zu ersetzen. Ich persönlich mag das nicht. Ich fange einfach einen neuen Satz an, in dem ich das Gewünschte nenne. Das passt für mich, finde bitte selbst heraus, was für Dich passt.

 

Auch wenn Du jetzt einwendest, dass dies sehr theoretisch klingt und Du das „auf keinen Fall so sagen“ wirst, nimm es einfach als Anregung und finde Deine eigenen Worte, die Deiner Situation angemessen sind. Mit ein wenig Übung wird es Dir gelingen. Versprochen! Damit hilfst Du anderen und Dir selbst, selbstbewusster, entspannter und glücklicher zu leben.

 

Wie wirst Du künftig Feedback geben, und wem? Schreib es mir gerne unten in den Kommentar.