Hinfallen, aufstehen, achtsam weiter laufen

Letzten Sonntag  lag ich plötzlich auf der Nase. Autsch, das tat weh. Bei meinem sonntäglichen Waldlauf war ich über eine Wurzel gestolpert. Wie kam das? Ich hatte die Füße offensichtlich nicht hoch genug genommen – und ich war nicht konzentriert auf mein Laufen, ich war mit den Gedanken wo anders. Dabei kann ich mich nicht mal mehr daran erinnern, woran ich gedacht habe.

Die Wurzeln machen den Waldweg uneben, ich freue mich, dass die Wurzeln zu sehen sind, sie erinnern mich daran, wie stark sie sind und dass sie sich ihren Weg suchen. Ich wurde mal wieder daran erinnert, dass ich die universelle Apotheke in meinen Händen habe. Die Schwellungen an meiner Hand und an meinem Ellenbogen sind sehr schnell zurückgegangen, da ich mir selbst sofort Reiki gegeben habe.

Dann bin ich gleich wieder aufgestanden, bin weiter gegangen und konnte nach einer Weile auch wieder laufen.

Natürlich habe ich versucht zu ergründen, was die Lernerfahrung für mich sein sollte, welche Botschaft das Universum hier für mich hat. Das ist nicht so einfach, aber einige Menge Dinge gingen mir durch den Kopf:

  1. Wenn ich hinfalle, dann stehe ich eben wieder auf
  2. Wenn ich hinfalle, dann gibt es immer eine helfende Hand – mein Mann hat mir aufgeholfen und hat sich um mich gekümmert
  3. Wenn ich am Boden liege, dann habe ich eine andere Perspektive auf den Weg
  4. Wenn ich mit den Gedanken nicht bei der Sache bin, dann stolpere ich
  5. Es gibt immer wieder Hindernisse auf dem Weg, wenn ich nicht darauf achte, dann stolpere ich
  6. Auf unebenen Wegen ist es besonders wichtig darauf zu achten, wo ich meine Schritte setze
  7. Auch wenn hingefallen bin kann ich weiter laufen.
  8. Selbst wenn ich das Tempo drosseln muss komme ich trotzdem an

Meinem Knie ist Gott sei Dank nichts weiter passiert. Es sieht so aus, wie es jeden Sommer in meiner Kindheit aussah: verschorft.  Ich konnte meinen Weg zu Ende gehen, mit ein paar Laufschritten zwischen drin. Genau so gehe ich meinen Weg weiter, meinen Weg durchs Leben. Auch wenn ich mal stolpere oder gar auf die Nase falle, meinen Weg kann ich weiter gehen.

Auch wenn ein paar Stolpersteine oder –wurzeln im Weg liegen. Ich nehme meine Füße hoch, fokussiere mich auf den Weg, und laufe achtsam weiter. „Aufstehen – Krönchen richten – weiter gehen“  schrieb mir eine Freundin auf Facebook. „“Nimm die Füße hoch“ eine andere.

Heute Morgen bin ich wieder gelaufen, langsamer als sonst, aber sehr viel bewusster. Und es schien leichter zu gehen. Es hat mich noch nicht mal gestört, dass ich langsamer geworden bin. Vielleicht war auch mein Tempo zu schnell gewesen? Wo noch bin ich zu schnell in meinem Leben? Oder zu ungeduldig? Wenn wir durchs Leben rasen, dann gibt es immer wieder mal diese fiesen kleinen Stolpersteine, die uns zu Boden werfen. Sie sorgen dafür, dass wir innehalten, die Perspektive wechseln und anschließend aufmerksamer weiter gehen, langsamer.

Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Präsent sein, darum geht es. Ich werde achtsamer und aufmerksamer durch den Tag gehen und meine Füße hochheben. Das bedeutet, ich tue, was notwendig ist. Auch Sport mache ich weiter regelmäßig.  Aber in jedem Fall mache ich alles achtsamer und aufmerksamer. Ich werde mich bemühen, mehr im Moment zu sein, im Hier und Jetzt. Die Wurzel hat mich daran erinnert.