In der Ruhe liegt die Kraft

12 Grundsätze für ein gutes Jahr - In der Ruhe liegt die Kraft

Wenn Du gestresst bist ist es wichtig, Pausen zu machen, inne zu halten, tief durchzuatmen. Tiefes Atmen bringt Sauerstoff in Deinen Körper. Damit fühlst Du Dich stärker und gesünder „ sowohl körperlich als auch geistig. Gerade in einem stressigen Alltag kann der richtige Atemrhythmus zu einer verbesserten Energieversorgung und widerstandsfähigeren Gesundheit führen.“[1]

Kennst Du das? Du grübelst über einem Problem, steckst fest in einem Projekt, Du kommst einfach nicht weiter.  Wenn Du dann unter der Dusche stehst, beim Kochen oder auf einem Spaziergang bist, dann kommt plötzlich die Lösung zu Dir: Heureka.

Nutze dies das nächste Mal, wenn Du gestresst bist, nicht weiter kommst oder Dich überfordert fühlst. Schalte einfach mal ab und komm zur RU-HE.

Meditation gibt Kraft

Meditation ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Top-Managerinnen und Athleten gehen in die Stille. Sie haben erkannt, dass sie dadurch wieder Kraft schöpfen können für die Bewältigung ihrer vielen Aufgaben.

Meditation bedeutet nicht unbedingt mit überkreuzten Beinen „Ohm“ zu murmeln. Meditation bedeutet einfach, zur Ruhe zu kommen, in die Stille zu gehen, das Gedanken-Karussell anzuhalten oder das Geplapper im Kopf abzustellen. Meditation ordnet die Gedanken und verleiht mehr Gelassenheit. [2]

Meditation ist die bewusste Konzentration auf den Moment. Auch Kartoffeln schälen oder Kaffee trinken kann Meditation sein. Für mich hat Kochen etwas meditatives, einer meiner Klienten malt nach Zahlen, eine junge Klientin hat mit dem Stricken begonnen.

Zum Meditieren kannst Du entspannt sitzen, liegen oder gehen. Der Schneidersitz oder der Lotussitz sind nicht nötig. Wichtig ist, dass Dein Atmen frei fließen kann.

Finde heraus, was Dir hilft, zur Ruhe zu kommen, Dich zu konzentrieren und praktiziere es regelmäßig.

  • Beobachte Deinen Atem
  • Beobachte eine Blume
  • Beobachte Vögel in der Natur
  • Geh spazieren und konzentriere Dich auf jeden Schritt
  • Nimm bewusst war, mit allen Sinnen: was siehst Du? Was hörst Du? Was fühlst Du?
  • Usw., usf.

Ein ehemaliger Mönch und eine Künstlerin haben Zentangle entwickelt. Tangle heisst auf Deutsch Gewirr, Zen ist der mediative Aspekt.  Alles was Du brauchst sind Papier und Bleistift. Mit der Konzentration auf Bleistift Kritzeleien soll alles andere ausgeblendet werden.

Erst mal tief Luft holen

Jetzt hol erst mal tief Luft hat meine Mutter immer gesagt, wenn ich als Kind etwas Aufregendes zu berichten hatte und über meine Worte gestolpert bin. Meine Gedanken waren immer schneller als die Worte aus meinem Mund konnten.

Sie hatte Recht: erst mal tief Luft holen hat zwei Komponenten: Du pumpst Sauerstoff in Deinen Körper und Du durchbrichst das Gedankenmuster.

Und jetzt nochmal von vorne, langsam kam als nächstes von meiner weisen Mutter. Das half mir, mich zu konzentrieren.

Schmeiß hin, dann sortieren wir sagte meine Mutter auch öfter. Heute nennen wir das Brainstorming.

Sprich Deine Gedanken und Ideen aus. Es hilft Dir, neue Kraft zu schöpfen und ruhiger zu werden. Du bemerkst, wie viele Ideen Du hast, was Du alles kannst, Du bekommt mehr Selbstvertrauen.

Die Formel lautet also: tief Luft holen – nochmal von vorne – alles laut aussprechen. Dauert vielleicht 3 Minuten, ist aber höchst wirkungsvoll. Du wirst ruhiger, kommst in Deine Kraft.

Wenn Du es eilig hast, gehe langsam

Wenn du es eilig hast, gehe langsam, fordert Prof. Lothar J. Seiwert in seinem  Buch und verspricht uns Mehr Zeit in einer beschleunigten Welt.

Wenn Du gestresst bist, dann bitte jemanden, dem Du vertraust, dieses Muster zu durchbrechen.

Mein Mann kann das sehr gut. Als wir Anfang 2005 unseren Umzug nach Shanghai vorbereiteten war ich extrem gestresst. Am Abend bevor das Umzugsunternehmen kam rannte ich hektisch durch die Wohnung. Idiotischer weise hatte ich darauf bestanden, selbst zu packen, obwohl der Umzug komplett bezahlt wurde.

Mein Mann wurde ganz still, sah mir tief in die Augen und fragte: Kann ich Dich um etwas bitten? Das klang ernst und mir wurde etwas mulmig. Ja klar, antwortete ich. Mach bitte langsam, meinte er. Wir können es uns nicht erlauben, noch mit Dir ins Krankenhaus zu müssen.

Ich wurde sofort ruhig, atmete tief durch und entschied, dass die Möbelpacker am nächsten Morgen notfalls noch ein paar Kisten packen durften. So kam es auch.

Immer dann, wenn ich im Stress hektisch werde, kommt mir diese Szene lebhaft vor Augen und hilft mir sofort, langsamer, überlegter und ruhiger zu werden.

Hole Dir Unterstützung.  Bitte jemanden, Dich immer wieder daran zu erinnern: In der Ruhe liegt die Kraft und Ungeduld hat häufig Schuld. 

Achte selbst darauf, halte immer wieder mal inne, plane tägliche Zeiten der Stille in Deinem Terminplaner ein.

Du wirst merken, wie Du damit Dein Selbstwertgefühl stärkst. Du wirst Dir Deiner selbst bewusster. Ganz automatisch bekommst Du mehr Selbstvertrauen.

In der Ruhe liegt die Kraft. Atme erst mal tief durch. Sprich es laut aus. Geh in die Stille. Geh langsam. B-E-O-B-A-C-H-T-E. Nimm Dich wahr.

[1] Zentrum der Gesundheit
[2] Aphorismen