Kreativität entwickeln – Selbstvertrauen steigern

Was genau ist Kreativität? „Der Ursprung des Wortes Kreativität findet sich im Lateinischen.”Creare” ist verwandt mit dem lateinischen “crescere” und das bedeutet “wachsen oder zunehmen”……. Kreativität ist ein Vorgang, der mit den vorhandenen Elementen eine Lösung sucht“[1]

Das bedeutet: jede/r hat Kreativität in sich. Ja, auch Du, liebe Leserin und lieber Leser. Selbst dann, wenn Du es nicht glauben magst. Auch ich gehörte zu diesen Ungläubigen: ich kann weder singen noch malen oder zeichnen, also hielt ich mich immer für nicht kreativ. Ich glaubte, Kreativität ist etwas, das nur Künstler haben, oder Designer. Bis ich verstanden habe, dass diese Menschen über künstlerische Kreativität verfügen, ich aber über praktische Kreativität.

Meine Kreativität habe ich in einer regnerischen, kalten Novembernacht entdeckt. Ich war unterwegs nach Hause, spät abends, auf dem Lande. Plötzlich hörte ich ein metallisches, schleifendes Geräusch von vorne unter dem Auto. Zum Glück kam bald eine Tankstelle. Mein vorderes Nummernschild hatte eine Schraube verloren und hing auf der linken Seite auf den Boden. Schrauben verkaufte der  Tankwart nicht. Noch ca. 60 km bis nach Hause. 

„Not macht erfinderisch“ heißt es so schön und das stimmt! Ich kaufte mir ein Päckchen Kaugummi, kaute alle Streifen gut durch und befestigte mein Nummernschild damit. Und hoffte, dass es wenigstens bis nach Hause halten würde.

Jede Hausfrau, die schon mal versucht hat, Kaugummi aus der Kleidung oder vom Teppich zu entfernen weiß, wie haltbar diese zähe, klebrige Masse ist. Ich kam gut nach Hause, das Nummernschild hielt. Auch noch am nächsten Tag, und am übernächsten, bis ich Zeit hatte, mich darum zu kümmern. Ich war richtig stolz auf mich und ich fand, ich hatte dies ganz kreativ gelöst.

Seitdem halte ich mich für einen kreativen Menschen. Singen und malen kann ich zwar immer noch nicht, aber ich bin stolz auf meine praktische Kreativität. Ich bin gut darin, Lösungen zu finden wenn es gilt Probleme aus dem Weg zu schaffen.

Kreativität kann man entwickeln

 Zunächst einmal muss man es wollen: Möglichkeitsdenken. „Nichts ist unmöglich“ wie es in der Toyota-Werbung heißt. Wenn es SO nicht geht, wie KÖNNTE es dann gehen? Um auf mein Nummernschild Beispiel zurückzugreifen: ich musste es befestigen. Wie kann man etwas befestigen? Schrauben, zusammenbinden, kleben. Zusammenbinden: Bindfaden, Strumpfhose, Gummiband, … Kleben: Klebstoffe. Was klebt noch? Natürlich: Kaugummi!

Denken abseits der ausgetretenen Wege, unkonventionelle Lösungen finden. Kinder können das noch richtig gut, z. B. wenn es gilt, Ausreden zu finden: warum sie zu spät kommen, die Hausaufgaben nicht gemacht haben, Aufgaben im Haushalt nicht übernehmen können….

Heute möchte ich Dich ermutigen, neue Pfade einzuschlagen. Schreibe Dir  Ideen auf, die Dir spontan kommen, lege Dir  ein Schatzkästlein an von Ideen. Das nächste Mal wenn Du vor einem Problem stehst frage Dich: wie könnte ich das außerdem noch lösen? Frage Deine Kinder, was ihnen als Lösung einfällt, oder Nichten und Neffen, wenn Du keine Kinder hast.

Schreibe Dir in einer ruhigen Minute einmal auf, wie viel Kreativität Du bereits in Deinem Leben an den Tag gelegt hast. Erinnerst Du Dich, wie Du in Studententagen improvisiert gekocht hast?

Auch Improvisation ist Kreativität!

Manchmal musst Du Dir einfach nur bewusst werden, wie viel Du davon besitzt. Und dann sei ganz bewusst stolz auf Dich und Deine Kreativität! Mit diesem Bewusstsein steigt auch automatisch Dein Selbstvertrauen.

Wie viele neue Lösungen für alte Herausforderungen hast Du gefunden?

Worauf bist Du besonders stolz?

 

[1]    http://www.lyrikwerkstatt.de/kos.htm