Meditation macht gelassen

Meditation macht gelassen - Coach Beate

Dass Meditation das Immunstem stärkt, Kreativität fördert und Produktivität steigert ist mittlerweile hinlänglich bekannt.  Menschen, die regelmäßig meditieren, schlafen besser  und sind einfach gelassener. Es funktioniert wirklich, gerade erhielt ich den Beweis.

Seit einiger Zeit meditiere auch ich wieder regelmäßig.  Es gab immer wieder Perioden in meinem Leben, in denen ich sehr intensiv und regelmäßig meditiert habe, dann wieder gar nicht. Es fiel mir schwer, so lange still zu sitzen, die Gedanken wurden mehr statt weniger, die Knie taten weh, es gab immer etwas, das mich abhielt. Menschen, die täglich in die Stille gingen habe ich bewundert, ich glaubte lange Zeit, ich sei halt nicht dafür geschaffen.

Bis ich erkannt habe: es gibt viele Arten der Meditation.  Es geht nicht um das „OHM“ mit verknoteten Beinen – bis heute kann ich keinen Lotussitz. Es geht darum, das Geplapper im Kopf abzustellen, ganz ruhig zu werden, in die Stille zu gehen. Eine Auszeit zu nehmen. Eine kleine tägliche Auszeit, die Dir erlaubt, zur Ruhe zu kommen, die Deiner Intuition erlaubt, sich zu zeigen und Deine Batterien wieder auflädt.

Meditation ist die Tankstelle für Energie

Ganz einfach. Und so, wie es verschiedene Markentankstellen und unzählig freie gibt, so unterschiedlich sind die Energietankstellen für uns. Jeder Mensch ist individuell, während meiner Ausbildung zum Health Coach  wurde viel Wert auf Bioindividualität gelegt. Was für den einen Menschen ein Heilmittel ist kann für einen anderen ein Gift sein und umgekehrt.

Für die Eine ist es wichtig, mit verknoteten Beinen bei Räucherstäbchen zu meditieren, die Andere geht vielleicht lieber in die Natur und meditiert an einen Baum gelehnt. Oder kocht. Als ich erkannte, dass  auch Tomatenschneiden eine Art der Meditation sein kann war das wie eine Befreiung für mich. Ich koche leidenschaftlich gerne, probiere neue Rezepte aus und erfinde eigene. Das hat mir enorm geholfen, als ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland mit meinem Eigenkultuschock zu kämpfen hatte. Kochen erdet mich, genau wie Gartenarbeit. Wenn ich Unkraut zupfe, dann mache ich das gerne mit bloßen Händen, auf der Erde kniend. Und komme viel gelassener und glücklicher aus dem Garten zurück als ich hineingegangen bin.

Einer meiner ehemaligen Klienten konnte sich versenken im „Malen nach Zahlen“. Dabei konnte er seinen ganzen Stress vergessen und wieder ganz bei sich ankommen. Es war ihm fasst ein bisschen peinlich, dies zu gestehen. Meine Begeisterung darüber hat ihn verblüfft, besonders als ich ihn fragte, ob ihm jemals ins den Sinn gekommen sei, dass dies seine Art der Meditation war. Langes Schweigen, dann, zögerlich, leichtes Kopfnicken. Von da male er häufiger nach Zahlen,  es wurde  zu seiner täglichen Praxis und hat ihm geholfen, sein Leben so umzugestalten, dass er heute zufrieden, glücklich und gelassen durchs Leben geht.

Lange Zeit war meine Meditationspraxis, dass ich morgens 20 Minuten Reiki sendete, an mich und ausgewählte Menschen. Es gab Tage, an denen ich nicht dazu kam. Dann merkte ich, dass ich weniger ausgeglichen war. An diesen Tagen kam ich “nicht gut rüber“ wie es mir einmal ein sehr unfreundlicher Mensch auf sehr brutale Art ins Gesicht schleuderte. Wahrscheinlich war er in dem Augenblick selbst unausgeglichen, ich war nur sein Spiegel, aber das ist ein anderes Thema.

Ich nahm mir die Freiheit, meine Meditationen flexibel zu gestalten. Auch Spaziergänge können sehr meditativ sein, oder einfach auf dem Balkon sitzen und die Landschaft genießen. Am Strand sitzen und auf die Wellen schauen, in einem Café sitzen und Menschen beobachten, usw., usf.

Heute Morgen bekam ich den spritzenden Beweis dafür, wie viel gelassener mich meine tägliche Meditation gemacht hat. Gerade hatte  ich eine kostenlose 21-tägige Meditation mit Deepak Chopra und Oprah Winfrey beendet. Jeden Tag gab es eine kurze Einleitung von Oprah, der bekanntesten und erfolgreichsten Talkshow-Moderatorin im amerikanischen Fernsehen, dann eine kurze Erklärung von Deepak Chopra, indischer Meditationsguru in USA, gefolgt von 10 Minuten Meditation mit einem von Deepak vorgegebenen Mantra. Diese 21 Tage habe ich schon öfter mitgemacht, bisher habe ich immer ein paar Tage ausgelassen, es passte einfach nicht.

Dieses Mal war es anders. Ja, ich hatte verspätet angefangen, aber die Lektionen sind jeweils für 5 Tage online. Und es gibt einen 22. Tag als Bonus.

Zum ersten Mal  seit langem saß ich wieder im Schneidersitz auf meinem Meditationskissen. Lange Zeit hatte ich in meinem Meditationssessel meditiert. „In meinem Alter habe ich Anrecht auf einen Stuhl“ scherze ich gerne. Am ersten Tag bekam ich fürchterliche Knieschmerzen und die Beine schliefen mir ein. Dennoch habe ich durchgehalten, ich habe mich einfach auf meinem Atem und das Mantra konzentriert.

Nach einigen Tagen stellte ich fest, dass mir das Sitzen leichter fiel, und meine Meditation wurde tiefer. Etwas war anders als die vorigen Male. Wie viel anders wurde mir gleich vom Universum vor Augen geführt: Heute Morgen hatte ich einen Kaffee-Unfall. Mein Mann hatte über Nacht einen „Cold Brew“ im Kühlschrank, Kaffee, der mindestens 12 Stunden in kaltem Wasser zieht, dann  gefiltert wird. Ein großes Glas voll, das ich filtern wollte.  Der Kaffeefilter war fast voll, ich wollte den Rest des Kaffees aus dem Glas hineingießen, da passierte es: „Platsch!“ Ein großer Flatschen nassen Kaffeepulvers fiel aus dem Glas in den Filter und spritzte auf meine gerade frisch angezogene Bluse, die Arbeitsplatte bis hin zu den cremefarbenen Fliesen an der Wand und auf meine nackten Füße.

Zum Glück hatte ich gerade meine Morgenmeditaion beendet und hatte noch meinen zentrierenden Gedanken „ich bin  vollkommen und ganz“ im Kopf und Herzen. Und so musste ich lachen über das Bild, das sich mir bot: ich hatte Kaffeekunst geschaffen, lauter Kaffeekörnchen in kleinen Kaffeepfützen. Und meine türkisfarbene Bluse hatte viele braune Muster. Braun ist gar nicht meine Farbe, aber ich nahm es gelassen. Bluse auswaschen, aufhängen, neue Bluse aus dem Schrank. Kaffeekunst wegwischen. Schade, ich habe vergessen, sie zu fotografieren.

Die Meditation der vergangenen 3 Wochen hatte das Thema Dankbarkeit zum Thema. Mich hat sie sehr viel gelassener gemacht, und dankbarer. Früher hätte ich laut gemeckert, mich über meine Blödheit geärgert und in einer Weise mit mir gesprochen, die ich anderen nicht gestatte. Heute Morgen habe ich gelacht, mir kurz überlegt, welche Botschaft das Universum hier für mich hat und mich hingesetzt, diesen Artikel zu schreiben. Alles noch vor meinem ersten Coaching-Call. Ja, Meditation macht gelassen. Dafür bin ich dankbar.

Was ist Deine Art der Meditation? Auf welche Art nimmst Du Dir gerne Deine tägliche Auszeit?