„Mut ist, wenn man Angst hat und es trotzdem tut“.

Wo ich diesen Satz zum ersten Mal gehört habe weiß ich nicht mehr, ich finde ihn aber sehr wahr. Mut ist, wenn man es tut weil man es für richtig hält. Hatte Christoph Columbus Angst bevor er sich auf den Weg gemacht hat um Indien zu suchen? Das wissen wir nicht mit Sicherheit, wahrscheinlich schon, aber er hat es trotzdem getan. Weil er es für richtig hielt, weil es ihn hinausgezogen hat. Und das Ergebnis ist bekannt: er hat die Indianer entdeckt 😉

Jeder Mensch, der sein Heimatland verlässt und sich aufmacht in ein fremdes Land beweist Mut. Alles Vertraute, Bekannte, Kraft gebende lässt er hinter sich. Sei es aus Abenteuerlust, Verzweiflung oder Hoffnung auf ein besseres Leben.

Mit dem Mut ist es so eine Sache. Als Kind musste ich mir öfter anhören „Übermut tut selten gut“, z. B. als ich mir die Schneidezähne an dem alten Heuwender ausgeschlagen habe weil ich versuchte eine Rolle um das Schutzgeländer zu machen. Und die Folge? Während der gesamten Schulzeit konnte ich NIE eine Rolle am Reck. Oder als ich in dem schönen neuen Kleid, das meine Mutter so liebevoll genäht hatte, auf einen Baum geklettert bin und es dann beim Runterfallen so zerrissen habe,  dass sie es nicht mehr reparieren konnte. Und die Folge? Noch als Erwachsene hatte ich lange Kleidung „für gut“ (Arbeit + Ausgehen) und für „täglich“.

Diese Beispiele zeigen, dass es eine Sache der Programmierung  ist, ob wir mehr oder weniger Mut haben. Kleine Kinder sind unbefangen, sie gehen auf andere zu, wollen alles ausprobieren und erkunden. Bis sie ihre ersten schlechten Erfahrungen machen.

Ich war ein richtiger Wildfang als Kind. Dass ich vom Baum gefallen bin und mir den Knöchel verstaucht habe hat mich nicht abgehalten, wieder auf Bäume zu klettern. Aber die verletzenden Worte meiner Mutter haben mir auf lange, lange Zeit die Freude an Kleidern verdorben.

Ich hatte nicht mehr den Mut sie anzuziehen aus Angst ich könnte sie wieder zerreißen oder bekleckern. Natürlich verstehe ich heute, dass sie einfach maßlos enttäuscht war, sie hatte so viel Arbeit in dieses Kleid investiert, wollte mich herausputzen, und ich habe es nicht gewürdigt.

Und ich hatte beim Turnen nicht mehr den Mut, die Rolle am Reck richtig zu wagen, es hatte mich schon mal zwei Milchzähne gekostet und obendrein blöde Bemerkungen eingebracht.

In der Arbeit mit meinen Klientinnen geht es häufig auch um Mut: Mut, etwas Neues zu wagen, das Alte in Frage zu stellen, Mut, NEIN zu sagen zu Dingen, die ihr nicht gut tun, Mut, JA zu sagen zu sich selbst und der eigenen, innewohnenden Kraft und Weisheit.

Heute möchte ich Dich ermutigen, mehr Mut zu wagen.

Du hast schon viel öfter in Deinem Leben Mut bewiesen als Dir bewusst ist. Also kannst Du es auch wieder.

Wenn Du insgesamt etwas unzufrieden bist mit Deinem Leben oder mit Dir, dann hab den Mut zu wachsen.

Unzufriedenheit ist häufig ein Hinweis auf Veränderungspotential. Tief in Deinem Inneren weißt Du, dass es so, wie es ist, nicht optimal ist, dass es besser sein kann. Hab den Mut, dieses Potential zu leben. Trau Dich, Mut zu haben!