Schalte einfach mal ab

Hast Du auch zu viel und zu wenig?  Zu viele Verpflichtungen, zu viel Stress, zu viel von dem falschen Essen, zu wenig Bewegung, zu wenig Geld, zu wenige Kunden, zu viele Termine, zu viele Ideen und zu wenig Zeit sie umzusetzen. Halt, Stopp, halt mal inne. Gleichzeitig gibt es viele Tipps, wie Du das alles bewältigen kannst. Immer neue Verlockungen, noch ein Seminar, ein Webinar, ein Vortrag, ein neues Buch zu lesen. Wie sollst Du  das bloß alles schaffen? Ganz einfach: es ist gar nicht zu schaffen. Wir werden nie mit der Arbeit fertig, wenn wir Kopfarbeiterinnen sind. Eine Webseite ist nie „fertig“, genau wie wir nie „fertig“ sind im Sinne von vollendet, perfekt. Wir sind eher „fertig“ im Sinne von ausgebrannt, erschöpft, müde.

Auch die Natur ist nie fertig, sie durchläuft nur immer neue Zyklen. Nur die Schnecken stellen das Wachstum ein, wenn sie zu groß werden für ihr Gehäuse, deswegen ist die Schnecke auch das Symbol der Slowfood-Bewegung. „Slow“ ist ja neuerdings in aller Munde. „Wenn Du es eilig hast, dann gehe langsam“ hat schon vor vielen Jahren Prof. Seiwert erkannt und ein Buch darüber geschrieben.  Keine neue Erkenntnis, buddhistische Mönche haben dies schon immer zelebriert.

Wie kannst Du mehr Langsamkeit in Deinem Leben zulassen? Wie kannst Du es schaffen, einfach mal einen Ganz zurück zu schalten, innezuhalten, eine Pause einzulegen? „Einfach tun“ sagen die einen. Prima, dann tue es auch. Setzt Dir Deinen Timer im Handy und lass Dich immer wieder daran erinnern, dass Du mal eine Auszeit nimmst. Markier Dir die entsprechende Zeit in Deinem Kalender, wenn elektronisch, dann arbeite mit der Erinnerungsfunktion. Steht auf, streck Dich, hampel rum, spring rauf und runter, beweg Dich. Gönn Dir Dein Lieblingsgetränk in guter Qualität und genieße es bewusst. Nimm wahr, wie es schmeckt, wie gut es Dir tut.

„Ich weiß es nicht“ sagen die anderen.  Mhm, das scheint schwieriger. Im Coaching frage ich dann: „Was könntest Du denn tun oder nicht tun, wenn Du es wüsstest?“ In der nachfolgenden Pause, die  leicht sehr lange ausdehnt werden kann, passiert etwas Magisches: es kommen Antworten! „Also, vielleicht könnte ich ja mal, ich weiß, das klingt jetzt blöd, aber ich könnte ja einfach mal raus gehen und mir Blumen kaufen“.  „Super, was noch?“ Und dann kommen sie, die Ideen, zuerst zögerlich, dann immer mehr.

Was ist hier passiert? Ganz einfach: wir haben das Geplapper abgeschaltet. Durch unser Schweigen haben wir einen Raum erzeugt, indem mein Gegenüber zur Ruhe kommen konnte.  Durch die Frage wurde das Unterbewusstsein aktiviert, nach der Antwort zu suchen.  In der Stille, im Schweigen gab es keine Ablenkung.  In der Konzentration lief der Suchstrahl des Antwort-finden-wollens durch die Dunkelheit des Nichtwissens. Es funktioniert immer.  Das Herz kennt die Antworten, aber der Kopf plappert zu viel, macht sich zu wichtig, will immer ablenken.

Deswegen kommen so viele gute Einfälle unter der Dusche, beim Kochen, bei der Gartenarbeit. Wenn Du entspannt bist oder konzentriert auf eine Sache, kann der Suchstrahl, den Du auf den Weg geschickt hast, weiter in die Dunkelheit vorstoßen. Dann wird er nicht abgelenkt von den hell erleuchteten Seitenpfaden, die rechts und links abbiegen und ihn locken  wollen. Wenn er dann in die Höhle gekommen ist, in der alle Deine Schätze lagern, kann er sich den passenden Schatz heraussuchen und Dir präsentieren, wie ein Geschenk.

Wenn Du jetzt völlig verwirrt bist, dann nutze dieses Gefühl, um Dich nochmal zu fragen: Wie kannst Du mehr Langsamkeit in Deinem Leben zulassen? Falls immer noch nichts kommt, dann schalte jetzt einfach mal ab. Geh raus in die Natur, in den Park, ans Wasser, auf eine Wiese. Schalte Dein Handy aus und geh einfach mal spazieren. Schalte einfach mal ab und nimm bewusst wahr, was sich Dir zeigt. Du wirst erstaunt sein, erfreut und entspannt. Garantiert.