So schaffst du auch Unmögliches

Unmögliches schaffen - Coach Beate

52/52

Geschafft, ich habe etwas Unmögliches vollbracht und kann es auf meiner Löffelliste abhaken: ein ganzes Jahr lang, 52 Wochen,  bin ich 3-mal die Woche gelaufen. Dabei habe ich quasi nebenbei das System entdeckt, mit dem auch  du es schaffen kannst, dir etwas schier Unmögliches vorzunehmen und es auch durchzuziehen.

Intention setzen

Im Mai 2016 habe ich mir vorgenommen, ein ganzes Jahr lang 3-mal in der Woche zu laufen, egal, wie das Wetter ist. Ein Vorhaben, das mir unmöglich schien, denn ich war immer nur eine Sommerläuferin. Bei schlechtem Wetter bin ich nie gelaufen.

Karlsbrücke Prag

Foto: privat

Ein Jahr zuvor waren wir in Prag und sind über die Karlsbrücke gejoggt.

Die Karlsbrücke hatte ich schon seit vielen Jahren auf meiner Löffelliste gehabt, das Joggen war nur ein Sahnehäubchen oben auf.

Als ich meine Löffelliste (bucket list) überarbeitete kam mir einfach so aus Spaß in den Sinn, 52 Wochen zu laufen. Die Idee floss einfach aus der Feder aufs Papier.

Am 23.05.2016 habe ich angefangen. Das war leicht, denn die Tage waren hell, wir sind morgens eine halbe Stunde früher aufgestanden und gejoggt. Meist war das Wetter auch gut.

Mein Mann hat im Sommer an einem Staffellauf mit Kollegen teilgenommen. Hinterher hat er sich bedankt bei mir. Warum? Weil er es ohne mein Training nicht so gut geschafft hätte.

Und ich hätte es ohne ihn sicher auch nicht so gut geschafft.

  • Setze deine Intention: was willst du?

Zeiten planen

Im Sommer war es leicht, einfach vor dem Frühstück zu laufen. Dann wurden die Tage kürzer, im Dunkeln und in der Kälte läuft mein Mann nicht, alleine wollte ich auch nicht. Also musste ich die Laufzeiten in meinen Tagesablauf integrieren.

Anfangs hatte ich eine Schere im Kopf. Dann fiel mir eine Freundin ein: sie ist angestellt, arbeitet an zwei Tagen von zu Hause aus. An den Tagen läuft sie in der Mittagspause. Wenn sie als Angestellte das hinbekommt kann ich als Selbständige das auch.

Mein Trick war, schon morgens gleich die Laufklamotten anzuziehen, meine Arbeit zu erledigen, gegen Mittag laufen zu gehen, dann duschen, dann Mittag essen.

An den Lauftagen saß ich eben in Sportklamotten auch in den Coachingsitzungen, die ich über Skype abgehalten habe. Es hat keine meiner Klientinnen gestört. Sie fanden es gut und haben mich bewundert, wie ich durchhalte.

  • Plane feste Zeiten und sei flexibel

Dokumentieren

Meine Runtastic App auf dem Handy zeichnete automatisch auf, wie schnell ich war, welche Strecke ich gelaufen bin, wie lange ich brauchte und wie  die durchschnittliche Geschwindigkeit war. Das ist großartig.

Außerdem notierte ich in einem kleinen Notizbuch das Datum, die Uhrzeit, gelaufene Strecke, Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit. Gleich am Anfang habe ich mir die Wochen eingerichtet: Nach jeweils 3 Zeilen kam ein Strich, in die Zeilen trug ich die Werte ein, am Beginn des 3-Zeilen-Abschnittes steht die Wochenzahl. Klingt komplizierter als es ist, es half mir aber, auf einen Blick zu sehen, was ich geschafft habe.

Jeden Sonntag, manchmal auch Samstag, habe ich meinen Erfolg auf Facebook gepostet.  Das half mir, committed zu bleiben.

  • Dokumentiere deinen Fortschritt.

Konzentration

Es machte einen großen Unterschied, ob ich mich auf den Weg unter mir konzentrierte oder auf das Ende des Weges, der noch vor mir lag.

Wenn ich sah, wie der Weg unter meinen Füßen dahinflog, dann fiel es mir leichter, schneller zu laufen. Schaute ich auf das Ende des Weges, dann wurde ich schnell entmutigt, da es noch so unendlich weit entfernt erschien.

  • Konzentriere dich immer auf die nächsten kleinen Schritte.

Gleichgesinnte suchen

Im Dezember 2016 stieß ich auf die Facebook-Gruppe  Norderstedt läuft. Schnell wurde ein Austausch daraus, auch wenn viele Läuferinnen schneller waren oder sogar für Marathons trainierten.

Ermutigung, Tipps und der positive „Läufergeist“ haben mich getragen und weiter inspiriert. Antworten auf Fragen wie:  habt ihr auch blau gefrorene Oberschenkel bei -6 °C  oder wie haltet ihr bei strömendem Regen die Füße trocken empfand ich als hilfreich.

Erfolge und Etappenziele feiern

Ganz, ganz wichtig ist es, deine Erfolge zu feiern. Bau dir Meilensteine, Zwischenschritte oder Etappenziele ein und überlege dir, wie du sie feiern kannst. Wie kannst du dich belohnen?

Nicht nur beim Sport, bei allem, was du erreichst, bewältigst, schaffst. Ganz egal, was es ist: Feiere dich und deinen Erfolg, genieße das Hochgefühl, es wird dich auch dann noch tragen, wenn dein nächstes Projekt mal nicht so läuft.

Und so ganz nebenbei stärkst du dein Selbstvertrauen.

  • Feiere deine Etappenziele.

Es wird zur Gewohnheit

Anfangs hat es mich Überwindung gekostet, laufen zu gehen. Ohne meinen Mann in der Anfangszeit hätte ich sicher nicht so leicht durchgehalten.

Als er in die Herbstpause ging stellte ich fest: Laufen ist mir eine liebe Gewohnheit geworden. Ich will laufen, weil ich merke, wie gut es mir tut. Es ist nur noch eine Frage, wann ich laufe, der Blick auf die Wettervorhersage war hilfreich, besonders im Dezember und Januar.

Und häufig habe ich mich dabei ertappt, dass ich wegen des guten Wetters das Laufen um einen Tag vorgezogen habe. Das entspannt. Das macht frei. Ich konnte entscheiden, Dienstag zu laufen, weil die Sonne schien. Vielleicht war ich dann am Samstag schon durch. Oder ich hatte am Donnerstag die Chance, mein Laufen um einen Tag zu verschieben, wenn es kräftig regnete. Dann eben Freitag und Sonntag noch mal auf die Strecke.

Was möchtest du verändern, beginnen, dich trauen?

Nutz meine Erkenntnisse aus meinem 52/52 Laufprojekt und fang an:

  • setze deine Intention
  • plane dir Zeiten dafür ein
  • dokumentiere deinen Fortschritt
  • konzentriere ich auf die nächsten kleinen Schritte
  • suche dir Gleichgesinnte
  • feiere deine Erfolge

Damit wird es zur Gewohnheit. Auch wenn dich manchmal noch dein innerer Schweinehund überreden will, nur heute mal zu schwächeln: deine Willenskraft wird siegen.

So manches Mal war ich kurz davor, aufzugeben, weil es zu kalt war, zu nass, zu windig, zu dunkel, zu irgendwas. Aber ich habe durchgehalten, es hat mich gezogen.

Wenn ich das beim Laufen konnte, dann kannst du das auch, egal, wobei. Wenn du es wirklich, wirklich, wirklich willst.