Wenn ein Hindernis im Weg liegt

…dann geh drum herum, oder kletter drüber oder räum es aus dem Weg.

Der Sturm Niklas hat am 31. März und 01. April 2015 viele Bäume entwurzelt. Auf meinem täglichen Spaziergang lag plötzlich ein Baum quer über den Weg. Das fand ich spannend, weil es so eine schöne Metapher für meine Arbeit ist. Ich hab ihn erst mal fotografiert, da ich sofort eine Idee für einen Artikel bekam.

Dann bin ich einfach drum herum gegangen. Das ging sehr einfach, zwar gab es keinen Weg, es war etwas unebener, aber es gab auch keine großen Hindernisse. Ich musste einfach ein paar Schritte mehr machen, das hat sich natürlich positiv auf meinen Schrittzähler ausgewirkt. Ja, ich gebe es zu, ich habe diese wunderbare App auf meinem Smartphone, die mir abends gratuliert, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Das macht Spaß und gibt meinem Mann einen Grund zum Lächeln, denn er hat er es für mich programmiert.

Während ich um den Baum herum ging dachte ich nach, welche anderen Hindernisse es gerade im Leben noch gibt. Wir Menschen neigen ja gerne dazu, über Hindernisse zu lamentieren statt uns gleich zu überlegen, wie ich es entweder aus dem Weg räumen oder umgehen kann.

Mir fiel nichts ein. Nicht, dass alles glatt läuft, nein, aber so richtig große „Brocken“ gibt es derzeit nicht mehr in meinem Leben. Mit einer Ausnahme: ich selber. Hah, ertappt.

Welche Hindernisse liegen auf Deinem Weg?

Schau mal genau hin, wenn ein Baum quer über den Weg liegt, dann erkennen wir ihn einfach. Aber im Fluss des Lebens liegen häufig Steine oder andere Hindernisse, die den Fluss aufhalten, die wir nicht so ohne weiteres erkennen. Wenn es stockt auf Deinem gewählten Weg: was hält Dich auf? Was ist Dein Baum? Bist du es gar selber? Nun kannst Du schlecht um Dich selbst herum gehen. Du kannst aber Deine Gedanken, die Dich behindern, erkennen und einfach um sie herum gehen.

Das nächste Mal, wenn Du glaubst, Du bist nicht gut genug, oder zu jung, zu alt, zu unerfahren, zu ……………….. (nimm Dein eigenes Beispiel), dann betrachte diesen Gedanken als einen Baum, der quer über Deinem Weg liegt. Und dann überleg Dir: wie kannst Du drum herum gehen? Das bedeutet  nicht, dass Du ihn ignorierst, er ist ja noch da.  Du wählst einen neuen Weg, Du musst ein paar Schritte mehr gehen, dann bist Du schon wieder zurück auf dem ursprünglichen Weg.

 

Lamentieren hilft nicht.

Würde es den Baum bewegen? Sicher nicht, genau so wenig wie Hände ringen. Und dennoch tut wir es häufig, wenn uns unsere Situation nicht gefällt. „Ach, ich Arme, ich hab es ja so schwer. Wenn doch nur……..dann…….“ Kommt Dir das bekannt vor?  Mit eigener Kraft kannst Du den Baum auch gar nicht bewegen, da müssen schon ein paar kräftige Profis mit der Kettensäge ran.  Also finde einen Weg drum herum. Wenn Du nicht weißt, wo lang, dann halt einen Moment inne, atme tief durch, schließe die Augen und frage Dich selbst: „Wo geht ein neuer Weg lang?“ Dann öffne die Augen und lauf los, der Weg erschließt sich Dir durchs Gehen.

Ich bin um den Baum herum gegangen, ein paar Tage später konnte man schon einen Pfad erkennen, der entstanden ist durch das Gehen des Weges.

Welche Bäume liegen gerade über Deinem Weg? Probiert es einfach mal aus, marschier drum rum, auch wenn das Gelände zunächst noch etwas uneben ist.  Du machst den Weg, indem Du ihn gehst. Nur Mut!